Tanz bedeutet die Umsetzung einer zumeist musikalischen Inspiration in gezielte Bewegung. Hinweise auf die ersten Tänze gibt es bereits aus dem indischen Bereich um 5.000 vor Christus. Dort wurde eine Höhlenmalerei gefunden, die den Gott Shiva als „König des Tanzes“ vorstellte.

Die Entwicklung des Tanzes

Im alten Ägypten führte man rituelle Tänze aus und im antiken Griechenland erfüllte der Tanz hauptsächlich spirituelle Zwecke. In der Renaissance wurden auf den königlichen Höfen vor allem Gesellschaftstänze gepflegt. Der Tanz wurde damals zu einem Inbegriff des adeligen Lebens. Die etwas exzessiveren Tanzformen der unteren Gesellschaftsschichten setzten sich erst im 16. Jahrhundert durch und wurden von Vertretern des adeligen Geschlechts sukzessiv übernommen. Schließlich wurden die ersten Tanzschulen ins Leben gerufen, welche die Angehörigen der Oberschicht in die Kunst des Tanzes einführten. Der Tanz wurde somit zu einem festen Bestandteil ausgelassener höfischer Feste.

Die Formen des Tanzes

Der Tanz hat viele Formen und Ausdrucksweisen. Zu den wichtigsten gehören heute das Ballett, der moderne Tanz und die Eurythmie. Alle drei sind Ausdrucksformen der darstellenden Kunst, wobei die Eurythmie von vielen auch als therapeutische Heilmethode betrachtet wird.

Das Ballett ist eine klassische Form des Bühnentanzes. Es stellt eine Kunstform dar, die Geschichten mithilfe von Musik und Bewegungsabläufen erzählt. Der sterbende Schwan ist zu einem Inbegriff des Balletts geworden. Choreografiert wurde das ausdrucksvolle Tanzsolo vom Choreografen Michel Fokine im Jahr 1905 für die Ballerina Anna Pavlova. Anfang des 19. Jahrhunderts war das klassische Ballett in erster Linie in Frankreich angesiedelt. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts erlebte es in Russland seine Blütezeit. Anfang des 20. Jahrhunderts feierte das Ballett schließlich seine Renaissance.

Der moderne Tanz oder auch Modern Dance genannt, ist ein Gegenstück zum klassischen Ballett. Federführend für die Entwicklung dieser Tanzform war die Amerikanerin Martha Graham, die als Choreografin arbeitete. Mit dem Modern Dance will man den körperlichen Ausdruck mit stilistischer Einheit verbinden. In Deutschland gilt der Modern Dance als Ausdruck der zeitgenössischen Tanzkunst. In der Folge gründete man im Gegensatz zu den klassischen Ballettschulen auch immer mehr Modern Dance Centers. Dadurch fand der moderne Tanz seinen Einzug von der Bühne in die Gesellschaft.

Die Eurythmie wurde von Rudolf Steiner und Marie von Sivers zu Beginn des 20. Jahrhunderts ins Leben gerufen. Diese Tanzform entstand ursprünglich als Bühnenkunst, wurde in weiterer Folge aber auch als pädagogisches Element der Waldorfschule eingeführt und später zu einem Bestandteil der anthroposophisch-therapeutischen Medizin. Unter dem Begriff Eurythmie versteht man gleichförmige Bewegungen, die Ausdruck verschiedener Laute sind. Durch diese werden geistige und seelische Gefühle dargestellt. Als therapeutische Methode ist die Heileurythmie weiterhin sehr umstritten, da sie auf keinerlei wissenschaftlichen Grundlagen beruht. Die Heileurythmie ist vielmehr eine Bewegungstherapie, die ein seelisches Ungleichgewicht bereinigen soll. Die Vertreter der Heileurythmie glauben, dass viele Krankheiten durch seelische Differenzen entstehen.