Kunst ist ein Kulturprodukt, das ausschließlich von Menschen hergestellt wird. Der Begriff bildende Kunst ist auf den Sprachgebrauch des 19. Jahrhunderts zurückzuführen. Damals gebrauchte man diese Definition für alle gestaltenden Künste, wie die Malerei, die Bildhauerei und die Grafik. Auch die Fotografie und das Kunsthandwerk zählten zu den bildenden Künsten. Heute wird der Begriff Kunst etwas weiter gefasst. Durch die Neuen Medien werden auch Ideen, die vorwiegend nur virtuell umgesetzt werden, als bildende Kunst bezeichnet.

Die Entwicklung der bildenden Kunst

Die frühen Kunstwerke der Menschheit orientierten sich vor allem an religiösen Darstellungen. Zu den ersten Kunstwerken gehören Höhlenmalereien und die bildliche Darstellung von Jagdszenen. Sie stammen aus der Zeit vor rund 30.000 Jahren. Mit Beginn der Jungsteinzeit wurden allmählich bestimmte Materialien für die Anfertigung von Statuetten oder Malereien verwendet. Dazu gehören Ton, Holz und später auch Kupfer, Bronze und Eisen. Tongefäße wurden mit Bildern versehen und für Frauen wurden kunstvolle Schmuckstücke angefertigt.

Im Altertum, also in der Zeit ab 3.000 vor Christus, dominierte die Kunst der Ägypter, der Mesopotamier, der Römer und der Griechen. Die Totenmaske des Tutanchamun oder die griechischen Tempelsäulen sind nur einige Beispiele dafür.

Das Christentum leitete dann eine neue Kunstepoche ein. Diese war dominiert von der frühchristlichen und byzantinischen Kunst. Letztere war für das Aufkommen der Ikonenmalerei verantwortlich.

Zur Zeit von Karl dem Großen um 800 nach Christus bestimmte vor allem die römisch-katholische Kirche die Kunst. Vor allem der Kirchenbau und die Gestaltung sakraler Bauwerke spielten eine entscheidende Rolle. An diese vor-romanischen Zeit und die Romanik schließt sich im 12. Jahrhundert die Gotik an. Sie zeichnet sich im Kirchenbau durch großflächige Fenster aus und es werden Skulpturen eingefügt.

Von der Renaissance zur Postmoderne

Die Renaissance hat ihren Ursprung im Italien des 15. Jahrhunderts. Die Antike spiegelt sich dabei sowohl in der Architektur als auch in der Bildhauerei wider. In der Malerei gewinnt die Perspektive immer größere Bedeutung. Von 1600 bis 1770 wird die bildende Kunst vom Barockstil dominiert. Hier spielt in erster Linie die Fantasie eine große Rolle. Im fließenden Übergang vom Barock zum Rokoko wird das blühende und unbeschwerte Leben in den Mittelpunkt der künstlerischen Darstellungen gerückt.

Von 1770 bis 1840 herrscht die Zeit des Klassizismus. Das Biedermeier ist eine spezielle Art des Klassizismus, das sich jedoch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Europa etablierte. Der Klassizismus kann als Gegenströmung des Barock betrachtet werden. Zwischen 1790 und 1840 kommt die Romantik auf. Künstlerisch besinnt man sich in dieser Zeit auf die Themen Natur, Geschichte und Religion.

Um 1850 setzt die Kunstepoche der Moderne ein. Sie zeichnet sich durch eine Stilvielfalt aus, der unter anderem der Naturalismus und der Impressionismus angehören. Der Moderne folgt nach 1950 die Postmoderne mit Pop Art und der zeitgenössischen Kunst.